HPV (Humaner Papillomavirus)

Dr. Bernd Roediger

 

1. Was macht Gebärmutterhalskrebs?
Die wichtigste Ursache für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist die Infektion mit dem humanen Papillomavirus (HPV).

2. Welche Risikofaktoren können zusätzlich die Infektion mit HPV erhöhen?
Geschlechtsverkehr vor dem 18. Lebensjahr, viele Sexualpartner, Infektion mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, Alter über 60 Jahre, geschwächtes Immunsystem oder Rauchen.

3. Ist eine HPV-Infektion häufig?
Ja, eine Infektion der Scheide und/oder Gebärmutter ist sehr häufig.

4. Wie infiziert man sich?
Die Übertragung mit dem Virus erfolgt überwiegend (!!) über Geschlechtsverkehr.

5. Was passiert im Falle, dass ich mich infizieren sollte?
Der überwiegende Anteil der Infektionen heilt in einer unterschiedlichen Zeitspanne ab.

6. Kann eine HPV-Infektion zu Krebs führen?
Unter den HPV-Viren gibt es sogenannte Hochrisikotypen, die krebsauslösend sind.

7. Wie häufig kommen diese Hochrisikotypen vor?
Etwa 10% der Bevölkerung tragen Hochrisikotypen.

8. Führen die Hochrisikotypen automatisch zu Krebs?
Nein! Bei einem Großteil der Infizierten heilt die Infektion spontan ab. Nur bei 10 – 12 % kommt es zur Ausbildung von Krebsvorstufen.

9. Was machen die „Niedrigrisiko“-Papillomaviren?
Diese können zu Ausbildung von Genitalwarzen führen.

10. Gibt es eine Therapie?
Ja! Sowohl Zellveränderungen am Muttermund, die durch die Hochrisikotypen ausgelöst werden als auch die Genitalwarzen, die durch Niedrigrisikotypen verursacht werden, können durch schonende Operationsverfahren behandelt werden.

11. Soll ich mich auf HPV testen lassen? Ist das sinnvoll?
Ab dem 30. Lebensjahr ist eine HPV-Testung unbedingt zu empfehlen. Davor kann man sich auch testen lassen, aber bei Frauen im Alter von 20 – 30 Jahren handelt es sich meist um vorübergehende (!!) Infektionen, die nach 1 – 2 Jahren von alleine abheilen.

12. Was ist, wenn der Virus bei mir nachgewiesen wird?
Sollten Sie über 30 Jahre alt sein und mit dem HPV-Hochrisikotyp infiziert sein, sind regelmäßige zytologische Kontrollen empfehlenswert, um rechtzeitig eine Krebsvorstufe zu erkennen und zu behandeln.

13. Kann man gegen HPV impfen?
Ja, es gibt eine Impfung, die gegen die Hochrisikotypen 16 und 31 schützt. Diese sind für ca. 70 % aller Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs verantwortlich.

14. Wann soll man impfen?
Am besten zwischen dem 9. und 13. Lebensjahr vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

15. Muss ich, wenn ich geimpft worden bin, trotzdem zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung?
Unbedingt! Die Impfung schützt nur gegen 2 Hochrisikotypen, aber man kann sich jederzeit mit anderen Hochrisikotypen infizieren.